Die Ermordung von Imam Hussein mit „husseinitischen Riten“ – zu den aktuellen Worten von Sayyed Nasrallah

Sayyed Hassan Nasrallahs Worte vom 10.10.2016 im Hinblick auf die Fehlentwicklung bei den husseinitischen Riten haben einen weiten Nachhall ausgelöst. Dabei hat er weder etwas Neues noch etwas Ungewöhnliches gesagt.

In seinen Worten ging es um zwei Hauptaspekte:

  1. Handlungen, die eindeutig Imam Hussein und seiner Botschaft schaden und die Ahl-ul-Bait auf Übelste beleidigen
  2. Handlungen, die ebenfalls schädlich sind, über die es aber unter den Gelehrten, nach seinen Worten, einen Diskurs gibt

Um diese Worte zu verstehen, und auch zu verstehen, an wen sie gerichtet waren, muss an seine Worte erinnert werden, die er kurz vor Beginn des Monat Muharram in einer internen Ansprache an husseinitische Trauer-Prediger richtete (PressTV berichtete darüber). In besagter Ansprache sagte er zusammenfassend:

„Der Wahabismus ist schlimmer als Israel. Und schlimmer noch als der Wahabismus ist die ‚Englische Shia‘. Diese wird beworben von pseudoreligiösen Personen, welche Handlager von Geheimdiensten sind.“

Unter „englischer Shia“ versteht man in Deutschland gemeinhin die Schirazi-Bewegung, die von London aus ihr geistiges Gift über etliche TV-Kanäle in die ganze Welt verbreitet. Der geistige Führer ist der im iranischen Qom ansässige Turbanträger Sadik Schirazi. Diese ist also laut Sayyed Nasrallah gefährlicher als der Wahabismus.

Aber was macht diese Bewegung so gefährlich, und weshalb wählt er zum jetzigen Zeitpunkt solch deutliche und scharfe Worte gegen diese Bewegung?

Die Antwort und Erklärung ergeben sich vor allem aus seinen Worten vom 10.10.2016, denn es ist insbesondere die Schirazi-Bewegung, die das Ansehen Husseins und die reine Lehre von Aschura mit ihren Irrlehren und schändlichen Praktiken beschmutzt, und wie er sagt,

„Imam Hussein damit an jedem Tag und in jeder Nacht aufs neue schlachten.“

Es ist diese Irrlehre, die Menschen dazu bringt sich an Aschura als Löwen zu verkleiden – als Symbolik für Imam Ali – und theatralisch auf einem Sarg durch die Straßen getragen zu werden, der der Sarg Imam Hussein’s sein soll. Hierzu sagt Sayyed Hassan:

„Ich sage mich los von solchen Praktiken. Ich möchte gerne wissen, ob sie damit einverstanden wären, wenn man ihre eigenen Väter so darstellen würde, und nicht Imam Ali?! Bring mir nur eine Überlieferung, selbst mit einer schwachen Überlieferungskette, die so eine Tat erlaubt.“

Es ist diese Irrlehre, die Menschen aus vermeintlicher Liebe dazu verleitet von sich zu sagen „ich bin der Hund Husseins“ oder „ich bin der Hund Rukayyas“, und sich auf allen Vieren kriechend und angekettet zu den heiligen Schreinen der Imame zerren zu lassen. Hierzu sagte er:

„Wollen die Ahl-ul-Bait, dass wir Hunde sind?! Alles, worum es an Aschura geht, ist doch, dass wir in Ehre und in Würde leben sollen, und jetzt machen sie so etwas daraus?“

Am deutlichsten konnte man den Zusammenhang zwischen seinen Worten vor Muharram und den vom 10.10.2016 an der Darstellung von Sayyed Zeinab sehen. Es sind die Schirazis, die Sayyeda Zeinab gerne als schwach und gedemütigt darstellen, die am 10. Muharram angesichts der vielen Todesopfer und des Märtyriums von Imam Hussein komplett die Fassung verloren habe, ihren Schleier sogar selbst vom Kopf heruntergerissen habe und ihren Kopf so sehr gegen eine Eisenstange geschlagen habe, dass sie blutete. Sayyed Nasrallah sagte hierzu:

„Das ist nicht unsere Zeinab, das ist eure Zeinab .“

Hinsichtlich der Praktiken, über die unter Schiiten ein Diskurs stattfindet, sprach er das Sich-Blutigschlagen, im arabischen „Tatbir“, an. Hier richtete er seine deutlichen Worte an die fanatischen Anhänger dieses Rituals und fragte sie in Anspielung auf den Krieg des Westens und DAESH in Syrien und im Irak:

„Wieso sehen wir euch nicht bei der Verteidigung von Imam Hussein, von Karbala, der heiligen Stätten und der Verteidigung von Zeinab? Wieso bestehen diese Leute darauf, für eine Sache, über die es einen Diskurs gibt, ihr Blut zu vergießen, aber nicht zur Stelle zu sein, als der Islam, die Muslime, die heiligen Stätten, die Schia, das Schiitentum, die Schreine der Ahl-ul-Bait, die religiösen Hochschulen und das Erbe der Ahl-ul-Bait in Gefahr waren?! Wieso sehen wir sie dort nicht? Wollen sie uns ganz woanders hinführen? Wir halten uns zurück, halten uns zurück, versuchen das im Hintergrund zu klären, Empfehlungen zu geben, aber wir sind an eine Stelle angelangt, die peinlich und traurig geworden ist.“

Wie allgemein bekannt ist, sind Schirazis weder in Syrien noch im Irak an der Front zur Verteidigung der Ahl-ul-Bait, noch sind sie in ähnlicher Weise medial zur Verteidigung des Islams und der Schia gegen die wahren Feinde der Ummah aktiv. Sie sind lediglich bekannt, als solche, die fragwürdigen Ritualen nachgehen, gegen die Islamische Republik und deren Anhänger, gegen die islamische Revolution und deren Anhänger, gegen den Waly-ul-Amr und dessen Anhänger  und gegen Sunniten hetzen.

Die Worte des ehrenwerten Sayyeds kamen genau zum richtigen Zeitpunkt, denn es ist an der Zeit, dass große Gelehrte wie er es einer ist, die klaren Positionen des Imam der Ummah, Imam Chamenei,  zum Thema husseinitische Riten, den Menschen ebenfalls in klarer und deutlicher Form näher bringen, damit die reine Lehre von Aschura und Karbala beschützt wird, und aus dem Gedenken an Imam Hussein nicht bereits in wenigen Jahren ein peinlicher und lächerlicher Karnevalsumzug wird, möge Allah die Ummah vor so etwas bewahren.

Euer Ali

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