Ich musste schmunzeln, als ich sah, dass bei Twitter eine zionistische Organisation den Christen frohe Ostern wünscht. Dabei waren es die geistigen Vorväter der Zionisten, welche Jesu ans Kreuz bringen und tot sehen wollten.

Es waren Hohepriester der Juden welche Jesu beim römischen Statthalter in Jerusalem anklagten. Hohepriester, welche die Religion des Judentum für ihre Zwecke missbrauchten. Sie verfälschten die Lehren Mose und bekämpften Jesu, nur um selbst zu herrschen, selbst an der Macht zu sein, in Wohlstand zu leben, und die in ärmsten Verhältnissen lebenden Anhänger der wahren Religion zu kontrollieren und arm und abhängig zu halten. Dafür bekämpften sie alle zu ihnen entsandten Propheten. Gott zeichnete die Kinder Israels mit der Entsendung der meisten Propheten aus, sie aber verstanden nicht, dass diese Auszeichnung eine größere Verantwortung mit sich bringt, als andere Völker sie tragen mussten. Sie kehrten diese Verantwortung um und erklärten sich zum auserwählten Volk Gottes. Hieraus bastelten die Verfälscher der göttlichen Botschaften unter ihnen, eben jene Hohepriester, Machtansprüche für sich und alle Kinder Israels. Jesu bekämpfte diese Arroganz und Machtgier mit seinem gesamten Wesen. Dafür sollte er bestraft werden.

Der Zionismus ist letztlich eine natürlicherweise aus diesem Irrglauben der Auserwähltheit entstandene politische Ideologie, welche dieselben Muster und Handlungsweisen verfolgt. Es mutet daher mehr als nur ironisch an, wenn ausgerechnet Anhänger dieser menschenverachtenden Ideologie den Christen zur Auferstehung Jesu [aus christlicher Sicht] gratulieren und frohe Festtage wünschen. Das ist mehr als nur Ironie, das ist übelster Zynismus.

Jesu war ein Feind der Diener des goldenen Kalbes, der Kapitalisten seiner Zeit. Die Lehre Jesu ist die der Solidarität, des Mitgefühls, der Gleichheit, der Nachsicht, Sanftmut, aber auch die des Mutes, des Aussprechens der Wahrheit, der Auflehnung gegen Unterdrückung und Tyrannei. Jesu hat letztlich nur wenige Jahre aktiv wirken können, und hatte geographisch betrachtet zu seiner aktiven Zeit als Prophet Gottes einen vergleichsweise geringen Wirkungskreis und eine relativ kleine Anhängerschaft. Die Treuesten unter jenen waren die Zwölf Jünger, wobei einer von Ihnen, Judas, ihn für Geld verraten hat, wenn auch die Bibel über seine angebliche Reue berichtet.

Im Quran ist Jesu zusammen mit Mose der am meisten namentlich erwähnte Prophet Gottes, nicht zuletzt auch deshalb, weil er vor dem Prophetentum des Gesandten Gottes, Muhammad, der letzte große Prophet mit „eigener“ Offenbarungsschrift, Al-Indschil (das Evangelium), war. Und natürlich auch weil das Siegel der Propheten die Anhänger Jesu darauf aufmerksam machen sollte und wollte, dass er und Jesu Brüder im Geiste sind, dass sie dieselbe Botschaft offenbart bekommen haben, dass sie demselben Gott dienen und dieselben Ziele verfolgen bzw. das eine Ziel: Gottes Reich auf Erden, wie es in der Bibel heißt.

Der Quran jedoch weist auf wesentliche Unterschiede zur ebenfalls von Hohepriestern, in diesem Fall der Christen selbst, verfälschten Version der Lehre Jesu hin. Jesu hatte keinen Vater, wie auch Adam, Jesu ist nicht der Sohn Gottes, und Jesu wurde nicht gekreuzigt. Ebenfalls wird der Lehre der Dreieinigkeit bzw. der Dreifaltigkeit im Quran eine klare Absage erteilt, wenn auch im Quran selbst der Heilige Geist (Al-Ruh ul Quddus) als existierend und bedeutsam, auch in Verbindung mit Jesu, erwähnt wird.

Wer wurde also gekreuzigt an Jesu statt, und wer ist aus dem Grab „auferstanden“ bzw. verschwunden? Der Quran äußert sich hierzu nicht, zumindest nicht offenkundig. Es heißt „ihnen erschien es so“ (Sure 4, Vers 157). Hierbei wird Bezug genommen auf die Worte davor, in denen der Quran klar und deutlich sagt, dass Jesu nicht getötet wurde, sondern zu Gott empor gestiegen ist. Bedeutet vielleicht die „Auferstehung“, also das verschwinden des Leichnames aus der Grabhöhle, eben jenes Emporsteigen Jesu zu Gott? Wollte Gott den Menschen damals wie heute mit dem Verschwinden des Leichnams eine Chance geben zuzugeben bzw. zu erkennen, dass Jesu nicht am Kreuz hing und dort auch nicht starb? Oder ist dieses Ereignis komplett erfunden, weil bemerkt wurde, dass Jesu nicht am Kreuz hing und starb, aber dennoch plötzlich verborgen war? Letztlich ist die Begebenheit der „Auferstehung“ jedoch interessant im Hinblick auf das weitere Schicksal Jesu aus islamischer Sicht.

Jesu wird, so glauben es auch noch einige Christen, als Messias zurückkehren. Aus islamischer Sicht wird er mit Imam Mahdi zurückkehren, bzw. kurze Zeit nach ihm, und ihm die Treue schwören und ihn unterstützen. Imam Mahdi ist ebenfalls, bereits als Kind, in eine Verborgenheit entrückt. Er befindet sich noch immer in dieser Verborgenheit. Die Begebenheit der „Auferstehung“ ist möglicherweise ein Hinweis Gottes an die Christen zu erkennen, dass ihr Prophet in eine Verborgenheit (bei Ihm) entrückt ist, und aus dieser in die sichtbare Welt zurückkehren wird.

Mögen sie beide bald erscheinen und die Menschheit endgültig aus den Fängen der Diener des goldenen Kalbes befreien.

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